CGM und Sport
Wie die kontinuierliche Glukosemessung (CGM) dir helfen kann, dein sportliches Potenzial zu entfalten und dein Diabetesmanagement zu verbessern
Bewegung ist enorm wichtig, um Typ-1-Diabetes zu managen und gesund zu leben. Allerdings hat Sport einen großen Einfluss auf die Glukosewerte und ist für viele Menschen nach wie vor schwierig zu handhaben. Wie sich deine Glukosewerte verändern, hängt von einer ganzen Reihe von Faktoren ab, unter anderem davon, wie intensiv und wie lang die Trainingseinheit ist. Es ist völlig normal, sich beim Sport Sorgen über das Risiko eines niedrigen Blutzuckers zu machen.
In den letzten Jahren gab es riesige Fortschritte bei den Technologien für das Diabetesmanagement. Das liegt vor allem daran, dass viel Forschung in die Verbesserung aller Aspekte der Diabetesversorgung geflossen ist: mehr Zeit im Zielbereich, ein geringeres Risiko für Folgeerkrankungen, die psychischen Herausforderungen des Lebens mit der Erkrankung und einfachere Entscheidungen rund um das Glukosemanagement.
Die kontinuierliche Glukosemessung (CGM) hat das Management der Glukosewerte deutlich einfacher gemacht, als es mit Fingerstich-Messungen allein möglich war. Mit CGM kannst du deine Glukosereaktionen auf verschiedene Trainingsarten nahezu in Echtzeit verfolgen, und die Trendpfeile geben dir einen Hinweis darauf, wohin sich deine Glukosewerte entwickeln. Außerdem musst du dein Training nicht ständig unterbrechen, um eine Glukosemessung zu machen, denn du kannst deine Werte einfach auf deinem Handy, deiner Smartwatch oder sogar deinem Fahrradcomputer ablesen. Und obendrauf hilft dir der Blick auf die Daten nach deinen Trainingseinheiten, deine Insulin- und Ernährungsstrategien als Sportlerin oder Sportler zu verfeinern.
Allerdings kann es sowohl für Menschen mit Typ-1-Diabetes als auch für ihre medizinischen Fachkräfte eine ziemliche Herausforderung sein, CGM richtig zu verstehen. Viele haben Schwierigkeiten, die gelieferten Informationen so zu interpretieren, dass sie das Potenzial der Technologie rund um Sport (also vor, während und nach dem Training) voll ausschöpfen können.
Ein kontinuierliches Glukosemessgerät (CGM) ist ein kleines, am Körper getragenes Gerät, das deine Glukosewerte rund um die Uhr in Echtzeit misst und aufzeichnet. Es soll Menschen mit Diabetes helfen, ihre Glukosewerte umfassender zu überwachen als mit klassischen Fingerstich-Messungen, die nur Momentaufnahmen liefern.
Das CGM besteht aus mehreren Komponenten:
1. Sensor: Das CGM-System besteht aus einem winzigen Sensor, einem dünnen Filament, das meist unter der Haut am Bauch oder Arm eingesetzt wird. Nach dem Einsetzen sitzt der Sensor direkt unter der Haut und kann dort kontinuierlich die Glukosewerte in der Flüssigkeit rund um die Zellen messen (der sogenannten Gewebeflüssigkeit oder interstitiellen Flüssigkeit).
2. Transmitter: Der Sensor ist mit einem Transmitter verbunden, der die Glukosewerte drahtlos an ein Empfangsgerät oder eine Smartphone-App sendet. Der Sensor analysiert laufend die zirkulierenden Glukosewerte und übermittelt die Ergebnisse per Bluetooth an ein Smartphone oder eine Uhr.
3. Empfänger/App: Das Empfangsgerät oder die Smartphone-App zeigt die Glukosewerte in Echtzeit an, inklusive einer Grafik mit den aktuellen Werten und den Trends im Zeitverlauf. Manche Systeme bieten individuell einstellbare Alarme für zu hohe oder zu niedrige Glukosewerte.
4. Trendanalyse: Eine Software zeigt anschließend die Werte an und hilft bei der Interpretation der Ergebnisse. CGM-Geräte zeigen nicht nur die aktuellen Glukosewerte, sondern auch Trends, also ob der Blutzucker steigt, fällt oder stabil bleibt. So lassen sich mögliche Über- oder Unterzuckerungen frühzeitig erkennen.
CGM ist für Menschen mit Diabetes zu einem unverzichtbaren Werkzeug geworden: Es liefert ein vollständigeres Bild der Glukosewerte, verbessert das Diabetesmanagement und ermöglicht es, in Echtzeit fundierte Entscheidungen über die eigene Gesundheit zu treffen.
Echtzeit-Überwachung: Kontinuierliche Messwerte über den Tag und die Nacht hinweg geben dir einen umfassenden Überblick über deine Glukosewerte.
Alarme und Warnungen: Individuell einstellbare Alarme informieren dich, wenn deine Glukosewerte zu hoch oder zu niedrig sind, damit du schnell reagieren und extreme Ausschläge verhindern kannst.
Trendanalyse: CGM zeigt dir, wie sich deine Glukosewerte verändern, sodass du fundierte Entscheidungen darüber treffen kannst, wie viel Insulin du nimmst, was du isst und wie du dein Training planst.
Weniger Fingerstiche: CGM ersetzt Fingerstich-Messungen zwar nicht komplett, kann aber deutlich reduzieren, wie oft du sie zur Glukosekontrolle brauchst.

Worauf du bei der Nutzung eines CGM achten solltest
Bei der Nutzung eines CGM gibt es mehrere wichtige Kennzahlen, die dir helfen können, deine Glukosewerte effektiv zu verfolgen und zu managen:
Glukosetrends: Durch die kontinuierliche Messung behältst du die Richtung und Geschwindigkeit der Veränderungen deiner Glukosewerte im Blick. Diese Trends zu kennen ist enorm wichtig, um mögliche Über- oder Unterzuckerungen vorherzusehen.
Zeit im Zielbereich (Time in Range, TIR): Diese Kennzahl misst den prozentualen Anteil der Zeit, in der deine Glukosewerte innerhalb eines Zielbereichs bleiben (üblicherweise definiert durch bestimmte untere und obere Grenzwerte). Sie ist ein wertvoller Indikator dafür, wie gut du deinen Blutzucker im Griff hast. Lies unseren Artikel über die TIR, um diese zentrale Kennzahl noch besser zu verstehen!
Zeit unter dem Zielbereich (Time Below Range, TBR) oder Hypoglykämie: Diese Kennzahl erfasst die Zeit, in der deine Glukosewerte unter dem unteren Grenzwert liegen, und weist auf mögliche Unterzuckerungen hin. Die TBR im Griff zu behalten ist entscheidend, um gefährliche Episoden mit niedrigem Blutzucker zu vermeiden.
Zeit über dem Zielbereich (Time Above Range, TAR) oder Hyperglykämie: Umgekehrt misst die TAR die Zeit, in der deine Glukosewerte den oberen Grenzwert überschreiten, und signalisiert damit eine Überzuckerung.
Glykämische Variabilität: Diese Kennzahl bewertet die Schwankungen der Glukosewerte über einen bestimmten Zeitraum. Eine geringere Variabilität bedeutet stabilere Blutzuckerwerte.
Glukosemuster bei bestimmten Aktivitäten: Achte darauf, wie deine Glukosewerte auf Mahlzeiten, Sport, Stress und Schlaf reagieren. Wenn du diese Muster verstehst, kannst du Insulin, Essen oder Aktivitätslevel entsprechend anpassen.
Änderungsrate (Rate of Change, ROC): Zu beobachten, wie schnell deine Glukosewerte steigen oder fallen, kann entscheidend sein, um rasche Veränderungen vorherzusehen und zu verhindern, die zu Über- oder Unterzuckerungen führen können.
Spitzen nach den Mahlzeiten: Die Spitzenwerte nach dem Essen zu beobachten hilft dir, die Insulindosen zu den Mahlzeiten oder deine Ernährungsentscheidungen zu optimieren, um diese Spitzen effektiv zu managen.
Zusammen betrachtet liefern diese Kennzahlen ein umfassendes Bild deines Glukosemanagements. Sie geben Einblicke in Muster, Trends und mögliche Risiken und ermöglichen dir fundierte Entscheidungen über Medikamente, Ernährung, Sport und deine gesamte Diabetesstrategie. Es lohnt sich, diese Kennzahlen und Muster regelmäßig anzuschauen, damit du deinen Diabetesplan anpassen und gesund bleiben kannst.
Wie kann CGM dir helfen, deine Glukosewerte rund um den Sport zu managen?
Bewegung ist ein Grundpfeiler des Wohlbefindens und bringt nicht nur körperliche Vorteile, sondern auch ein Gefühl von Selbstwirksamkeit, Gemeinschaft und Vitalität. Für Menschen mit Typ-1-Diabetes kann das Glukosemanagement rund um den Sport jedoch eine echte Herausforderung sein. Wenn du gerade mit dem Sport anfangen möchtest, schau dir unseren Artikel an.
Die kontinuierliche Glukosemessung (CGM) ist für Menschen mit Diabetes zu einem wertvollen Werkzeug geworden, besonders beim Sport, weil sie in Echtzeit Einblick in die Glukosewerte gibt. Mit CGM-Daten kannst du fundierte Entscheidungen darüber treffen, ob du vor, während oder nach dem Training deine Insulindosis oder deine Kohlenhydratzufuhr anpasst. Das hilft, durch körperliche Aktivität ausgelöste Hypoglykämien (niedriger Blutzucker) oder Hyperglykämien (hoher Blutzucker) zu vermeiden.
Verschiedene Trainingsarten und -intensitäten können den Blutzucker unterschiedlich beeinflussen. CGM-Daten helfen dabei, diese Unterschiede zu verstehen, sodass du deine Strategien entsprechend anpassen kannst.
CGM ist auch für die Überwachung nach dem Training nützlich, denn es zeigt, wie der Körper auch nach dem Workout weiter auf die Belastung reagiert. Das ist wichtig, um verzögerte Unterzuckerungen zu verhindern, die nach intensivem oder langem Training häufig auftreten.
Die Nutzung von CGM-Daten beim Sport kann dein gesamtes Diabetesmanagement verbessern. Sie liefert wertvolle Erkenntnisse darüber, wie verschiedene Faktoren wie Sport den Blutzucker beeinflussen.
Zusätzliche Überlegungen zur CGM-Nutzung beim Sport
Es gibt bestimmte Situationen beim Sport, in denen du besondere Vorkehrungen treffen solltest, um CGM sicher und effektiv zu nutzen. Das gilt vor allem dann, wenn Blutzuckermessungen unpraktisch oder gar nicht möglich sind, etwa beim Schwimmen oder Skifahren. Hier ein paar Beispiele, bei denen die CGM-Nutzung oder das Messen der Glukosewerte kniffliger sein kann.
Kontaktsportarten wie Boxen, Kampfsport, Rugby
Bei Kontaktsportarten wie Boxen, Mixed Martial Arts oder Rugby sollte der Glukosesensor an einer Stelle mit dem geringsten Risiko für Treffer platziert werden. Um zu verhindern, dass der Sensor beim Kontaktsport verloren geht, solltest du ihn mit Klebeband fixieren. Wenn du regelmäßig Kontaktsport betreibst, könnten implantierbare Sensoren eine Überlegung wert sein.
Schwimmen
Fürs Schwimmen bieten mehrere Hersteller kleine wasserdichte Beutel an, die sich für CGM nutzen lassen. Das ist besonders interessant, wenn du im Freiwasser schwimmst. Bei längeren Schwimmeinheiten solltest du Kohlenhydrate dabeihaben. Schwimmst du im Schwimmbad, kannst du das Lesegerät und die Kohlenhydrate einfach am Beckenrand deponieren. Wenn du regelmäßig schwimmst, fixiere den Sensor mit Klebeband, damit er im Wasser nicht verloren geht.
Skifahren, Snowboarden und andere Sportarten in großer Höhe
In großer Höhe haben CGMs gezeigt, dass sie Glukose zuverlässig messen können. Beachte aber, dass sich Glukose- und Insulinbedarf beim Training in der Höhe im Vergleich zum Meeresspiegel verändern können, weshalb du dein CGM besonders im Auge behalten solltest. Die Glukose sollte so oft wie möglich gemessen werden, und CGM ist dafür ein nützliches Hilfsmittel. Da große Höhe mit niedrigen Temperaturen einhergeht, sollte der CGM-Sensor nah am Körper getragen werden, damit er nicht zu kalt wird.
Die Nutzung eines CGM beim Sport bringt Menschen mit Diabetes wertvolle Vorteile. Es liefert Echtzeit-Informationen, Trendprognosen und umsetzbare Erkenntnisse, sodass du fundierte Entscheidungen treffen und während und nach der Aktivität sichere Werte halten kannst. Mit Hilfe der CGM-Daten kannst du dazulernen und deine Trainingsroutinen, Insulindosen oder Kohlenhydratzufuhr anpassen, was zu einem besseren Glukosemanagement bei körperlicher Aktivität führt.
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Enhance-d ist mit beliebten CGM-Geräten und Fitnesstrackern kompatibel, darunter FreeStyle Libre, Dexcom, Garmin, Google Fit und Fitbit. Diese Kompatibilität stellt sicher, dass sich vorhandene Geräte einfach mit der Plattform verbinden lassen und die Datenerfassung und -analyse reibungslos funktioniert.
Visualisierungstools wie das ambulante Glukoseprofil (AGP) und die Exercise View-Funktion verbessern das Nutzererlebnis zusätzlich, indem sie Diabetesdaten klar und übersichtlich darstellen. Diese Tools helfen dabei, die eigenen Muster besser zu verstehen und einen aktiven, gesunden Lebensstil beizubehalten.
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